Vergaserabstimmung - ohne Abstimmung schlechte Leistung

Vergaserabstimmung - ohne Abstimmung schlechte Leistung

Beitragvon GY6-Motor » So 6. Apr 2014, 21:26

Ich gehe jetzt erstmal davon aus, das die meisten Wissen wie man einen Vergaser überhaupt abstimmt und an welcher Schraube man drehen muss. Später werde ich dieses kleine Vergaser FAQ noch etwas erweitern.

Der Grund warum ich dieses schreibe ist, weil einige Tuner nicht die erhoffte Leistung aus ihren Kits bekommen. Oft ein Problem der richtigen Vergaserabstimmung!

Ein richtig abgestimmter 160/175 keramisch beschichteter highcompressions Zylinder zeichnet sich z.b. dadurch aus, das es richtig in den Armen zieht wenn Gas gegeben wird. Schlecht abgestimmt läuft er eher wie ein Täubchen, erst die richtige Abstimmung lässt den Tiger in ihm erwachen. Der 160 high Kompressions keramisch beschichtete Zylinder als Beispiel läuft bei mir sehr gut mit einer 112èr HD und Nadelstellung in die 2. von Oben.

Wichtig für einene gute Abstimmung sind die 3 Bereiche
- Gemischregulierschraube
- Düsennadel
- Hauptdüse

In der Abstimmung fängt jeder anders an. Ich pers. habe es mir angewöhnt mit der Düsennadel zu beginnen, da in dem Bereich wo diese wirkt am meisten gefahren wird und am meisten Leistung (und Benzin) verschenkt wird!

Deshalb fahre ich erstmal im mittleren Drehzahlbereich - um die 4000 Touren - und schau mir das Fahrverhalten und das Kerzenbild an. Ist das Kerzenbild gräulich-weiß ist alles im grünen Bereich und die Leistung sollte schon spürbar da sein. Oft ist aber die Leistung schlecht und das Kerzenbild schwarz, also in dem Drehzahlbereich zu fett. Dann muss die Düsennadel umgehängt werden. Um das Gemisch abzumagern in die höheren Kerben der Nadel. Meist ist es die vorletzte Nadelstellung, manchmal auch die letztmögliche von Oben betrachtet also eine der 2 obersten Einstellungen bei den Vergasern mit 5 Einstellmöglichkeiten.

Wenn das Kerzenbild zu mager anzeigt, ist natürlich das Gemisch anzufetten für den mittleren Drehzahlbereich, d.h. eine Kerbe tiefer zu hängen. In der tiefsten Einstellung von oben betrachtet ist das fetteste Gemisch. Die Nadel kommt am weitesten raus.

Danach stelle ich das Standgas ein.

Der warmgelaufene Motorroller wird auf den Hauptständer gestellt und mit der Schieberanschlagschraube eine langsame Leerlaufdrehzahl des Motors eingestellt, so dass er gerade noch anbleibt.

Danach dreht man an der Leerlaufluftschraube so lang hin und her, bis man bei der einstweilen festgehaltenen Stellung der Schieberanschlagschraube die höchstmögliche Drehzahl erhält. Wenn der Motor dabei anfängt zu hoch zu drhen, wird er durch Nachstellen der Anschlagschraube abermals auf manierliche Drehzahlen heruntergeschraubt und das Spiel mit der Luftschraube wiederholt, bis man die
Luftschraubenstellung heraus hat, bei welcher der Motor die höchste Leerlaufdrehzahl bei gleichzeitig niedrigster Einstellung der Anschlagschraube hat.

Im Anschluß wird die Hauptdüse bestimmt, indem eine Strecke mit Vollgas gefahren wird - anfänglich mit einer bewußt zu fett gewählten Hauptdüse damit der Motor nicht kaputtgehen kann - und nach Beurteilung des Zündkerzenbildes in 2èr Schritten heruntergedüst, bis das optimale Kerzenbild erreicht ist.

Danach justiere ich wieder die Gemischschraube, da jede Änderung an einer Einstellung auch die anderen etwas beeinflusst.

Alle Angaben ohne Gewähr
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